Umsatzsteuervorteil bis Ende Mai geltend machen

| Recht & Steuern

Foto: Steuerseminare Graf

Wer für eine im Jahr 2014 gekaufte Photovoltaikanlage die dabei bezahlte Umsatzsteuer zurück erhalten will, muss noch bis Ende Mai beim Finanzamt vorstellig werden.

In einem Videointerview zu aktuellen steuerlichen Aspekten bei Photovoltaikanlagen weist der Finanzwirt Johann-Erwin Graf (www.steuerseminare-graf.de) auf eine wichtige Frist hin, die Ende Mai abläuft:

Wer seine PV-Anlage im Jahr 2014 neu angeschafft hat und zuvor kein umsatzsteuerpflichtiger Unternehmer war, kann noch bis Ende Mai die beim Kauf gezahlte Umsatzsteuer (= Vorsteuer) vom Finanzamt zurück erhalten. Er muss sich dazu gegenüber dem Finanzamt als umsatzsteuerpflichtig erklären und auf die Kleinunternehmerregelung verzichten.

Um die Frist einzuhalten, muss der Antrag auf Vorsteuererstattung bis 31. Mai beim Finanzamt eingehen.

Voraussetzung für die Vorsteuererstattung ist, dass die Photovoltaikanlage zu mindestens 10 Prozent unternehmerisch genutzt wird, also beispielsweise Solarstrom ins Netz eingespeist oder anderweitig an Dritte verkauft wird.

Es handelt sich dann um einen gemischt genutzten Gegenstand, d. h. die PV-Anlage wird sowohl unternehmerisch (zum Stromverkauf) wie auch privat (zur eigenen Stromversorgung ) genutzt. Wer sich die Vorsteuer erstatten lässt, trifft die Entscheidung, den Gegenstand  voll dem Unternehmen zuzuordnen (volle Vorsteuererstattung) oder anteilig nur den zum Stromverkauf genutzten Anteil zuzuordnen.

Dem Finanzamt gegenüber kann man diese Entscheidung durch Abgabe einer Umsatzsteuervoranmeldung erklären. Eine separate Mitteilung beim Finanzamt über die Zuordnungsentscheidung ist laut Graf zwar nicht erforderlich aber empfehlenswert. Am besten setzen Sie sich rechtzeitig mit Ihrem Sachbearbeiter in Verbindung.

Folge der Umsatzsteuerpflicht ist unter anderem, dass der Betreiber in den ersten beiden Kalenderjahren ab Kauf monatliche eine Umsatzsteuervoranmeldung und in den Folgejahren wenigstens eine jährliche Umsatzsteuererklärung abgeben muss und für den privat verbrauchten Solarstrom Umsatzsteuer gezahlt werden muss.

(Die Finanzverwaltung hat zur hier dargestellten Fragestellung ein BMF-Schreiben vom 2.1.2014 veröffentlicht.)

Autor: Thomas Seltmann

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