Eigenverbrauch und EEG-Umlage – Praxishilfe

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Abbildung: www.dgs-franken.de

Mit dem EEG 2014 wurde die EEG-Umlage auf selbst erzeugten und eigenverbrauchten Strom eingeführt. Die Höhe der EEG-Umlage wird „gleitend“ eingeführt und erreicht 40 Prozent ab dem Jahr 2017.

Die DGS Franken hat aus dem aktuellen EEG eine grafische Übersicht entwickelt, aus der sich für jede Anlagenkonstellation leicht ablesen lässt ob und wie hoch EEG-Umlage für Solarstrom zu zahlen ist (zum Vergrößern anklicken). Die Abbildung stammt aus der Broschüre „Neue Chancen für die Photovoltaik 2015“ der DGS Franken, die hier zum Download zur Verfügung steht.

Trotz dieser Belastung können neue Anlagen weiterhin für den PV-Stromerzeuger wie für den PV-Stromverbraucher wirtschaftlich sein. Voraussetzung hierfür ist eine hohe Eigenverbrauchsquote.

Mit Solarstromerzeugungskosten von 10 bis 12 Cent pro Kilowattstund (ct/kWh) über 20 Jahre werden Strombezugskosten von 16 bis 22 ct/kWh (netto) ersetzt. Überschüssig eingespeister Strom stellt hingegen fast ein Nullsummenspiel dar, da die EEG-Vergütungssätze mit 10 bis 12 ct/kWh ähnlich hoch sind wie die Stromerzeugungskosten aus PV-Anlagen.

Um die Wirtschaftlichkeit von Anlagen optimal zu gestalten, hat die DGS Franken Betreibermodelle, Musterverträge und die Software pv@now entwickelt. Die Stromvermarktungskonzepte „PV-Miete“ und „PV-Teilmiete“ können auch die abzuführende EEG-Umlage reduzieren.

Drei Vertragskonstellationen sind umsetzbar:

1. Dritte vor Ort beliefern
Der Betreiber errichtet eine netzgekoppelte Solarstromanlage. Der Strom wird vorrangig in unmittelbarer räumlicher Nähe zur Anlage verbraucht und gegen Entgelt geliefert. Überschuss wird ins Netz gespeist und nach EEG vergütet.

2. PV-Miete
Der Anlageneigentümer vermietet dem Stromnutzer eine netzgekoppelte Solarstromanlage mit dem Zweck, den von der PV-Anlage erzeugten Strom im Wege der „Eigenversorgung“ in unmittelbarer räumlicher Nähe zur Anlage selbst zu verbrauchen und für den Rest des Stroms Einspeisevergütung zu erhalten.

3. PV-Teilmiete
Dieses Modell funktioniert ähnlich wie die „PV-Miete“, jedoch wird hier nur ein Teil der Anlage zur Eigenversorgung genutzt.

Die für das neue EEG 2014 überarbeiteten Musterverträge „Dritte vor Ort beliefern“, „PV-Miete“, und „PV-Teilmiete“, für die praktische Umsetzung zusammen mit einer ausführlichen Kommentierung und Erläuterung durch die Autoren der Rechtsanwaltskanzlei Nümann+Lang, sind bei der DGS Franken erhältlich. Ergänzend gibt es einen passenden Dachnutzungsvertrag und Wartungsvertrag.

Autor: Thomas Seltmann (mit Material von DGS Franken)

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