Batteriespeicher im Steuerrecht

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Erstmals gibt die Bayerische Steuerverwaltung konkrete Hinweise auf die steuerliche Behandlung von Batteriespeichern in Photovoltaikanlagen. Doch Widersprüche bleiben.

Wer seine Photovoltaikanlage steuerlich als Gewerbe betreibt, weil er die Vorsteuer vom Finanzamt erstattet haben möchte oder weil er damit Gewinne erzielt, fragt sich auch wie ein Batteriespeicher zu behandeln ist.

Die Finanzverwaltung hat sich jetzt erstmals im Detail dazu geäußert. Das Bayerische Landesamt für Steuern schreibt in seiner aktualisierten „Hilfe zu Photovoltaikanlagen“, wie Batteriespeicher in PV-Anlagen steuerlich zu behandeln sind. Zu unterscheiden ist dabei zwischen der umsatzsteuerlichen und ertragssteuerlichen Behandlung.

Bei der Umsatzsteuer geht es hier vor allem um die Frage, ob die beim Kauf des Speichers bezahlte Umsatzsteuer als Vorsteuer vom Finanzamt erstattet werden kann. Die Bayern sagen nun, dass dies möglich ist, wenn der Speicher zusammen mit der Photovoltaikanlage gekauft und installiert wird. Wenn der Speicher dagegen später angeschafft und nachgerüstet wird, soll kein Vorsteuerabzug möglich sein.

Ertragssteuerlich erlaubt das Bayerisches Landesamt für Steuern keine Zuordnung zur Photovoltaikanlage, wenn der Speicher nur dem privaten Eigenverbrauch dient. Die Kosten werden damit nicht als betriebliche Ausgaben anerkannt und können nicht mit der Anlage abgeschrieben werden.

Auf die technischen Ausführung der Anlage, ob also der Batteriespeicher gleichstromseitig oder wechselstromseitig an den Solargenerator angekoppelt ist, soll es nicht ankommen.

Aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Bundestagsanfrage der Grünen (Drucksache 17/14413 vom 12.8.2013) wurde bisher geschlossen, dass die Anschaffungskosten der Batterie ertragssteuerlich in jedem Fall zur Photovoltaikanlage gehören und zusammen mit ihr abgeschrieben werden, auch bei nachträglicher Anschaffung und unabhängig von der Nutzung des Stroms. Bei dieser Ansicht bleibt beispielsweise auch der Experte und Veranstalter von Fachseminaren für Steuerberater, Johann Erwin Graf aus Freudenberg.

Die Vorgaben des Bayerischen Landesamtes für Steuern sind zwar nur für die Finanzämter im Freistaat verbindlich. Oft orientieren sich anderen Bundesländer aber an den Auslegungshinweisen, solange sie selbst keine gegensätzlichen Vorgaben erlassen oder eine mit dem Bundesfinanzministerium abgestimmte Verwaltungsvorschrift (BMF-Schreiben) existiert.

Wie geht man als Betreiber vor? Am besten zunächst überlegen, welche steuerliche Gestaltung für die eigenen Verhältnisse günstig wären und prüfen, ob es dafür eine rechtliche Grundlage gibt, beispielsweise mit Hilfe eines Steuerberaters. Wenn man dem Sachbearbeiter beim Finanzamt einen konkreten Vorschlag macht, der mit Verweisen auf amtliche Vorgaben, gesetzliche Grundlagen oder Fachliteratur untermauert wird, hat man bessere Chancen als wenn man einfach nur eine offene Frage stellt.

Download „Hilfe zu Photovoltaikanlagen“ (Januar 2015) und weitere steuerliche Hinweise für Betreiber hier auf der Internetseite der Finanzverwaltung Bayern.

Autor: Thomas Seltmann

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