Firmengebäude ohne Netzanschluss

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Foto: Endreß & Widmann Solar GmbH

Im Baden-Württembergischen Neuenstadt am Kocher hat der Solarunternehmer Friedhelm Widmann ein energieautarkes Werkstatt- und Bürogebäude ohne Anschluss an das Stromnetz realisiert.

Das „Energiefabrik“ genannte Projekt wird ganzjährig zu 80 Prozent mit Solarstrom versorgt. Photovoltaikmodule mit insgesamt 112 Kilowatt wurden auf dem Dach und an der Fassade in unterschiedliche Himmelrichtungen ausgerichtet. Überschüssiger Strom lädt einen Batteriespeicher mit 400 Kilowattstunden Kapazität.

Reicht die Sonnenenergie nicht aus, springt ein mit Biogas gespeistes Blockheizkraftwerk (BHKW) mit 40 Kilowatt elektrischer Leistung ein. Geheizt und gekühlt werden die Räume mit einer Wärmepumpe. Gerade im Sommer, wenn Kühlung benötigt wird, scheint die Sonne besonders intensiv und versorgt die Wärmepumpe mit ausreichend Strom. Reicht hingegen im Winter die Sonnenenergie nicht aus, springt das BHKW zusätzlich ein und liefert Strom und Wärme.

Die 350 Quadratmeter Produktions- und 600 Quadratmeter Bürofläche werden so ausschließlich mit Erneuerbaren Energien versorgt. Der Strom reicht auch noch aus, um über drei Stromtankstellen noch die firmeneigenen Elektrofahrzeuge zu laden.

„Die Motivation für den Bau liegt in der unsäglichen Diskussion um die Machbarkeit und die Finanzierung der Energiewende“, sagt Bauherr und Ingenieur Friedhelm Widmann. „Ich wollte zeigen, dass wir schon im Jahr 2014 in der Lage sind, eine stabile und wirtschaftlich interessante Energieversorgung zu realisieren, welche ausschließlich auf Erneuerbaren Energien basiert.“

Widmann kalkuliert je nach genutzter Energiequelle mit Preisen von 6 bis 20 Cent je Kilowattstunde. Realisiert wurde das Projekt von den Firmen Endreß & Widmann und IBC-Solar.

Weitere Informationen unter www.energiepark-neuenstadt.de.

Autor: Thomas Seltmann (mit Material von Endreß & Widmann / IBC-Solar)

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