Gelungenes Scheitern in Warschau

| Panorama

Dieses Mal haben sogar die Umwelt-NGOs aus Frustration die Konferenz verlassen. Der Durchbruch, er will und will nicht kommen und wurde nun wieder verschoben. Auf nach Paris! Natürlich wird auch dort in zwei Jahren nichts Weltbewegendes passieren und das ist auch nicht verwunderlich. Kopenhagen, Doha, Durban, Warschau: Klimakonferenzen sind eigentlich eine Geschichte des Gelingens. Für die Staaten nämlich, die aufgrund ihres heutigen Verständnisses von Eigeninteresse eben keine Beschleunigung im Klimaschutz wollen, läuft es prima. Im Konsens zwar globale Ziele beschließen (2 Grad), allerdings diese in unzureichende nationale Reduktionsziele übersetzen (Kyoto und Postkyoto) und mit wenig effektiven Instrumenten hantieren (z.B. Emissionshandel, Klimafonds). Scheitern ist eine Frage der Perspektive.

In der Organisationsforschung gibt es sogar den Begriff des „erfolgreichen Scheiterns“. Diese erfrischende Erkenntnis drängt sich heute mehr denn auf: die Ineffektivität der Verhandlungen ist ja keineswegs eine Abweichung, sondern in der Organisationsform selbst angelegt, also ein stabiler Zustand. Deshalb macht es auch keinen Sinn den großen Ruck der Gutmeinenden zu beschwören, wie es die Umwelt-NGOs bis vor kurzem routiniert taten. Da hilft auch kein Hungerstreik . . .

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