Die Weihnachtswissenschaften - ein Ökomärchen

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Es gibt ja fast keine Frage, zu der nicht irgendwann Wissenschaftler eine Studie durchführen. So auch zu der Frage, ob ein gewachsener oder ein künstlicher Weihnachtsbaum die bessere Ökobilanz aufweist. Bringt die Weihnachtstanne wirklich „natur pur“ ins Heim oder ist der dauerhaft verwendbare Kunstbaum nicht viel nachhaltiger?

Rund 34 Millionen Weihnachtsbäume werden jährlich für hiesige Wohnzimmer gefällt (Deutschland, Österreich und Schweiz). Was wäre, wenn man diese Bäume stattdessen stehen ließe? Ein riesiger Wald, der fleißig Kohlenstoff aus der Luft bindet und Sauerstoff produziert?

Vermutlich würden sie gar nicht angepflanzt, denn die meisten stammen aus künstlich angelegten Plantagen. Ohne Käufer keine Weihnachtsbäume. Nützen die Bäume also wenigstens in der Wachstumsphase dem Klimaschutz?

Das bezweifeln die Wissenschaftler einer Untersuchung, in der die Umweltbilanz von echten Bäumen mit Plastiktannen verglichen wird. Auch Anbau und Aufwuchs der Bäume verbraucht Ressourcen. Je früher ein Baum gefällt wird umso ungünstiger ist seine Ökobilanz.

Je länger er stehen bleibt umso größer sein Umweltvorteil. Der Biologe Clint Springer hat in seiner Studie an der Saint Joseph’s University in Philadelphia jedoch herausgefunden, dass ein künstlicher Weihnachtsbaum genauso viel ökologische Folgen verursacht, wie zehn Naturtannen.

Außerdem hat der Wissenschaftler weitere Forschungsstudien zum gleichen Thema verglichen und erklärt, man müsse einen künstlichen Baum mindestens 20 Jahre lang nutzen, bevor seine Umweltbilanz günstiger werde als der Kauf von 20 echten Bäumen.

Eine Studie der Beratungsfirma Ellipsos zeige aber, dass künstliche Bäume tatsächlich schon nach sechs Jahren ausgetauscht werden. Demnach wäre die die Umweltbilanz eines echten Weihnachtsbaums um 60 Prozent besser als die eines künstlichen.

Ein Teil des Problems sind schon die Transporte der künstlichen Bäume aus Asien nach Europa. Je kürzer der Weg des Baumes zum Kunden ist, umso ökologischer – was übrigens auch für echte Weihnachtsbäume gilt. Außerdem, so Ellipsos, würden künstliche Bäume aus dem energieintensiv produzierten Polyvinylchlorid hergestellt, was zudem gesundheitsschädliche Chemikalien ausgasen könne.

Wer jetzt trotz wissenschaftlichem „Persilschein“ für die grüne Tanne noch am Ökovorteil der Weihnachtsbaumplantagen zweifelt, dem bleibt wohl nur noch der Verzicht auf die grüne Pracht im eigenen Heim.

Oder wie wär‘s mit einem Christbaum-Standbild im brandneuen Heimkino mit 98-Zoll Bilddiagonale? Für Kamin- und Lagerfeuerromantiker gibt‘s das ja schon länger. Wo war noch mal die Ökobilanz-Studiensammlung zu TV-Geräten ...

 

Frohes Fest wünscht Ihr DSC-Team

Autor: Thomas Seltmann (mit Informationen aus einem Beitrag von Zentrum der Gesundheit)

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