Solarmodule 40 Jahre zuverlässig

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Die Wissenschaftler Wilhelm Jürgens und Robin Knecht begutachten eines der Module im Energielabor. (Ansicht vergrößern mit einem Klick aufs Bild) Foto: Universität Oldenburg

An der Universität Oldenburg arbeitet eine der ältesten Photovoltaikanlagen, vielleicht die älteste in Deutschland. Seit 1981 liefert sie Solarstrom auf dem Energielabor des Campus. Bevor die 336 Module mit 3,46 Kilowatt Leistung dort installiert wurden, waren sie bereits fünf Jahre Teil eines vom Bundesforschungsministerium geförderten Projekts. Im nächsten Jahr erreichen sie also eine stolze Betriebszeit von 40 Jahren.

Gegenüber der vom Hersteller im Produktionsjahr 1976 angegebenen Nennleistung haben die Solarmodule in der Zwischenzeit kaum eingebüßt. Im Jahr 2010 haben Wissenschaftler der Uni Oldenburg einzelne Module entnommen und im Labor vermessen. Erstaunliches Ergebnis: Die nach 34 Jahren gemessene Leistung betrug mit 9,9 Watt nur vier Prozent weniger gegenüber der im Datenblatt angegebenen Nennleistung von 10,3 Watt.

Der Modulwirkungsgrad lang bei 8,2 Prozent gegenüber der Herstellerangabe von 8,55 Prozent. Heutige Solarmodule erreichen Wirkungsgrade von über 17 Prozent.

Hersteller der Module mit der Bezeichnung „TSG MQ 36/0“ war die Firma AEG-Telefunken. Der damals erste Solarmodulhersteller Deutschlands firmierte zwischenzeitlich mehrfach um und wurde unter den Konzernen Daimler, RWE und Schott weitergereicht, bis Schott im Jahr 2012 die Produktion kristalliner Solarzellenmodule endgültig einstellte.

Die Lebensdauer von Solarmodulen wird laut den Oldenburger Experten vor allem durch zwei Faktoren bestimmt. Zum einen „können die Halbleitermaterialien während der Betriebszeit ihre Eigenschaften verändern. Diesen Prozess bezeichnet man als Degradation. Die Degradation ist abhängig von den Materialien, die jeweils eingesetzt werden.“ Das verwendete Silizium sei sehr stabil und verändere seine Eigenschaften kaum.

„Zum anderen – und darin liegt die Hauptursache der eingeschränkten Lebensdauer – müssen die Solarzellen gegen Umwelteinflüsse geschützt und mit dem Stromsystem verbunden werden“, so die Forscher. Die dafür verwendeten Komponenten wie Glasabdeckungen, Rahmen und Kabelverbindungen könnten korrodieren, brechen und altern und seien deshalb „die eigentlichen Schwachstellen eines Photovoltaiksystems“.

Die lange Lebensdauer und hohe Leistungsfähigkeit nach fast vier Jahrzehnten zeigt, dass der Hersteller der in Oldenburg eingesetzten Module offensichtlich alles richtig gemacht hat.

Autor: Thomas Seltmann (mit Material der Uni Oldenburg)

Weitere Informationen in einem Text aus der Ausgabe Nr. 54 des Hochschulmagazins Einblicke der Universität Oldenburg hier zum Download.

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