Irreführung bei Kleinwindkraft

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Guter Rat bei der Anschaffung einer Kleinwindkraftanlage: die Marktübersicht von Patrick Jüttemann Quelle: www.klein-windkraftanlagen.com

Der Spaß an kleinen Windkraftanlagen wird den Käufern häufig verdorben – durch unrealistische Versprechen der Hersteller und Anbieter. Patrick Jüttemann klärt auf.

Solar und Wind ergänzen sich jahreszeitlich hervorragend. Die Idee, eine Solarstromanlage um ein Windrad zu ergänzen, um sich ganzjährig selbst zu versorgen ist deshalb nicht neu. Mit der zunehmenden Eigennutzung von Solarstrom rückt aber auch die Kleinwindkraft wieder vermehrt ins Blickfeld: Windräder mit einigen Kilowatt Leistung, die an oder neben Gebäuden installiert werden.

Patrick Jüttemann ist Experte für dieses Thema und betreibt unter der Adresse www.klein-windkraftanlagen.com ein Portal zum Thema Klein-Windkraftanlagen. Nach seiner Beobachtung trüben unseriöse Anbieter immer wieder die Freude der Nutzer solcher Anlagen. Der jüngste Fall ist nach seinen Angaben die Firma Alphacon, die vor kurzem Insolvent wurde. Einige Kunden der Firma verlieren dadurch nun offenbar viel Geld (siehe dazu diesen Beitrag auf www.klein-windkraftanlagen.com)

Laut Jüttemann ist Alphacon „kein Einzelfall im Kleinwind-Markt. Regelmäßig werden technisch fragwürdige Kleinwindradmodelle als innovative Hauswindkraftanlagen angepriesen. Es gibt typische Muster und Verkaufsargumente, die Verbraucher kennen sollten, um sich vor Fehlinvestitionen zu schützen“, so der Experte.

Auf einem Flyer zum Alphacon-Kleinwindrad identifiziert Jüttemann typische Marketinghülsen, die fachlich nicht haltbar seien: „Beispielsweise wird angegeben, dass die Energiekosten sofort deutlich verringert werden. Das würde dann zutreffen, wenn die Kosten des eigenen Windstroms geringer als der Strompreis des Verbrauchers sind. Hier werden private Hausbesitzer auf eine falsche Fährte gelockt. Eine Verringerung der Energiekosten oder Rendite mittels einer Kleinwindenergieanlage kann für Gewerbebetriebe mit hohem Stromverbrauch und einer entsprechend hohen Anlagenleistung ab ca. 5 kW möglich sein, sofern es sich um eine windstarke Lage handelt.“

Im Prospekt werde zudem eine „wesentlich höhere Energieausbeute als vergleichbare Windkraftanlagen bedingt durch die Düsenform“ angeführt. Konkrete Angaben in Form einer Leistungskurve und Daten vergleichbarer Windkraftanlagen fehlten. Die wirklich wichtigen Informationen würden im Flyer nicht genannt: Wie viel Strom produziert die Anlage bei für Wohngebietsstandorten realistischen Windbedingungen? Schließlich wurde die Anlage an Besitzer von Einfamilienhäusern verkauft.

Jüttemann gibt aber auch konkrete Tipps, worauf Windkraft-Interessierte beim Kauf achten sollten. „Es gibt empfehlenswerte Hersteller kleiner Windkraftanlagen, die unter solchen Insolvenzfällen und entsprechend schlechter Presse leiden. Denn schnell wird pauschalisiert, dass alle Kleinwindanlagen technisch nicht ausgereift sind“, sagt er. Dagegen könne unter günstigen Standortbedingungen ein Einfamilienhaus durchaus sinnvoll eine Kleinwindkraftanlage zur Stromversorgung integrieren.

Skepsis sei bei Superlativen, Marketinghülsen und pauschalen Versprechungen angebracht. Dazu gehören Weltneuheiten und einzigartige Innovationen, die allen anderen Windkraft-Typen überlegen sind. Auch pauschale Renditeversprechen und ungewöhnlich niedrige Amortisationszeiten gehören dazu.

Bei allen Kleinwind-Projekten ist der wichtigste Erfolgsfaktor eine windstarke Lage. Das gilt vor allem für private Windanlagen in Wohngebieten, da die Anlagen eher auf einen niedrigen Mast gestellt werden und sich oft weitere Häuser und Gebäude als Windbarrieren in der Nähe befinden. Ein seriöser Anbieter wird als erstes die Standortgüte eines Grundstücks begutachten. Das muss keine Besichtigung vor Ort sein, einen groben Eindruck bekommt man über Google Maps und durch Fotos vom Grundstück.

Werden schönes Aussehen der Windturbine als auch besonders leiser Betrieb als vorherrschende Verkaufsargumente genannt? Die eigentlich wichtigen Parameter wie Jahresstromerträge und Leistungskurve nicht oder nur verklausuliert dargestellt? Mancher Verbraucher vergisst, dass es sich um ein kleines Kraftwerk handelt, das möglichst günstig Strom produzieren soll. Schall ist bei den meisten Minianlagen kein Problem. Aussehen ist Geschmackssache, aber ob der Rotor sich nun links oder rechts bzw. horizontal oder vertikal dreht, sollte zweitrangig sein.

Vorsicht ist auch bei angeblich unproblematischen Dachinstallationen geboten, vor allem bei Einfamlienhäusern. Kleinwindkraftanlagen werden am besten auf einem bodenständigen Mast installiert.

Autor: Thomas Seltmann (mit Material von www.klein-windkraftanlagen.com)

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